Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe e.V.

Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe e.V. ist ein Zusammenschluss unabhängiger Ombudsstellen im Bundesgebiet. Es dient dem Fachaustausch, der Qualifizierung und Weiterentwicklung ombudschaftlicher Beratung in der Kinder- und Jugendhilfe. Das seit 2008 bestehende Netzwerk setzt sich dabei für die Stärkung der Rechte, Interessen und Selbstorganisation junger Menschen und ihrer Familien im Kontext von Jugendhilfe ein, insbesondere im Bereich der Hilfen zur Erziehung.

Definition Ombudschaft in der Kinder und Jugendhilfe

Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe bedeutet:

  • unabhängige Information, Beratung und Vermittlung in Konflikten mit dem öffentlichen oder freien Träger der Jugendhilfe im Kontext der individuellen Hilfen zur Erziehung.
  • eine Form des Machtausgleichs in der stark asymmetrischen Struktur der Jugendhilfe, insbesondere in Konfliktkonstellationen. Die fachlich fundierte Parteilichkeit für die Inanspruchnahme individueller Rechte und Rechtsansprüche von jungen Menschen und ihren Familien ist Grundlage des ombudschaftlichen Handelns.  Dazu gehört, die strukturell unterlegene Partei im jugendhilferechtlichen Dreiecksverhältnis unabhängig zu beraten und ggf. in der Konfliktbewältigung mit einem öffentlichen und/oder freien Jugendhilfeträger zu unterstützen. Damit unterscheidet sich Ombudschaft von anderen Verfahren der Konfliktbeilegung wie Mediation, Schlichtung oder anwaltliche Vertretung.
  • neben der individuellen Beratung auch ombudschaftliche Beratung die (fach-)politische Lobbyarbeit für eine bedarfsgerechte und adressat*innenorientierte Jugendhilfe und eine Sozialpolitik, die „positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien“ (§ 1, Abs. 3, Satz 4 SGB VIII) schafft.

Auf der Grundlage teils langjähriger ombudschaflticher Beratungserfahrungen im Bereich der erzieherischen Hilfen haben sich die dem Bundesnetzwerk angehörenden Ombudsstellen auf die nachfolgenden zentralen inhaltlichen Positionen und Qualitätskriterien ombudschaftlicher Beratung verständigt. Diese sind im Selbstverständnis des Bundesnetzwerks ausführlich erläutert.

Qualitätsstandards ombudschaftlicher Beratung

  • Unabhängige und transparente Beratung
  • Freiwilligkeit der Inanspruchnahme des Beratungsangebotes
  • Beratung und Begleitung nur durch Beauftragung der Anfragenden
  • Beratung und Begleitung nach dem 4-Augen-Prinzip
  • Ergebnissicherung durch Dokumentation und Reflexion
  • Handlungsleitend ist das Kindeswohl
  • Fachlichkeit durch Beratung von sozialpädagogisch oder juristisch erfahrenen Mitarbeitenden
  • Qualitätssicherung durch Kooperation im Bundesnetzwerk

Vorstand

(auf der Mitgliederversammlung am 18.09.2020 gewählt)

 

Björn Redmann (Vorsitzender), Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V., Sachsen

 

Eva Duda-Franke, Ombudsstelle Hamburg-Mitte

 

Beate Frank, Unabhängige Ombudsstelle für die Kinder- und Jugendhilfe in Bayern e.V.

 

Dieter Reuter-Spanier, Beratungs- und Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen e. V.

 

Prof. Dr. Peter Schruth, Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V.

 

 

Download Satzung des Bundesnetzwerks

Corona Update und Hilfsangebote

Die Ombudsstellen des Bundesnetzwerks bemühen sich trotz den Beschränkungen während der Corona-Pandemie weiterhin junge Menschen und deren Familien bei Konflikten im Rahmen der Jugendhilfe zu beraten und zu unterstützen. Nähere Informationen zur Erreichbarkeit der Ombudsstellen finden Sie auf der jeweiligen Webseite.

Weitere Informationen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Frauen, Eltern und Fachkräfte finden Sie unter dem Button unten.